Geischter

Die Riesenbühlgeister

 

 

 

Wie der Riesenbühl zu seinem Namen kam....

Die wahren geschichtlichen Anfänge vieler menschlicher Ansiedlungen liegen im Dunkeln, denn die frühen Begebenheiten wurden ausschliesslich durch mündliche Überlieferungen weitergegeben. und dabei wurde natürlich so manches ausgeschmückt, übertrieben und schliesslich verfälscht...

So auch im Falle des Schluchsees und doch ist es ein bisschen anders:
Auch hier weiß die Geschichte sagenhaftes zu berichten über den ersten Bewohner dieses schönen Fleckchens Erde. Da nachweislich sogar heute noch zu bestimmten Jahreszeiten Geister und ähnliche Gelichter gesehen und angetroffen werden, scheinen uns die Sagen und Legenden, die sich um Schluchsees Hausberg ranken so unwahrscheinlich wieder nicht.

Und so beginnt diese Geschichte wie alle Märchen damit, dass es einmal war, zu der Zeit als die Berge und Täler noch vollständig mit undurchdringlichen Wäldern bedeckt waren, Wälder mit Tannen, die fast bis zum Himmel reichten, Wälder so finster und unheimlich, dass hier nur Fuchs und Hase, Hirsch und Reh und anderes wildes Getier lebte, kein Mensch jedoch ein Fuss in diese Wildnis vorzudringen wagte. Nun ja, zumindest kein Mensch im landläufigen Sinn des Wortes. Es hauste in den Tiefen der schwarzen Wälder ein Wesen, das dem Äusseren nach den Menschen gar nicht so unähnlich war. Und wenn es sich besonders wohl fühlte, fuhr es buchstäblich aus seiner Haut. Am häufigsten passierte ihm das an seinem Lieblingsplätzchen, einem wunderschönen Tal mit einem wunderschönen ruhigen See, an dessen Ufer sich zwei sanfte Bergkuppen erhoben.
Hier setzte es sich für gewöhnlich auf den kleineren der beiden Berge und liess sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Dann räkelte es sich genüsslich und streckte alle Viere von sich. Dabei geschah es, dass es wuchs und wuchs, bis es riesenhafte Ausmaße annahm. Wenn es sich erst einmal so richtig zum Riesen ausgewachsen hatte war es so gross, dass es sich auf den kleineren, vorgelagerten Berg setzte, sich am grösseren, direkt dahinter liegenden Berg anlehnte und seine Füsse im klaren Wasser des im Tal liegenden Sees badete.

Es war ihm eine Freude: reine Luft, wohltuende Ruhe, herrlich klares Wasser, kurzum ein richtiges Paradies - zumindest bis die ersten Menschen in sein idyllisches Plätzchen eindrangen.

Solange es nur einige wenige waren, die das gefürchtete Höllental zu durchqueren wagten und bis zu ihm vordrangen, teilte er sein angestammtes Territorium wenn auch widerwillig mit den Eindringlingen. Als es jedoch immer mehr und mehr wurden und sie begannen, seinen geliebten Wald abzuholzen und sein Paradies Stück für Stück zu zerstören, entschloss er sich schliesslich schweren Herzens, sein herrliches Plätzchen zu verlassen!

Bis zum heutigen Tage kann wohl jeder, der hier an einem schönen Sommertag die Füsse hat im See baumeln lassen oder die atemberaubende Aussicht von einem der Berge geniessen durfte, nachempfinden, wie wohl sich der Riese vom Bühl seiner Zeit gefühlt haben muss...

Was blieb, sind der kleine und grosse Riesenbühl, der im Tal liegende Bergsee und die folgende wahre Geschichte...

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